Du willst nicht nur auf dem Gerüst sondern auch auf der Karriereleiter nach oben?

Dann gibt es im Gerüstbauer-Handwerk gleich mehrere Möglichkeiten, Karriere zu machen. Auf die abgeschlossene Ausbildung kannst du mit der Fortbildung zum Geprüften Gerüstbau-Kolonnenführer aufbauen. Außerdem hast du mit abgeschlossener Ausbildung die Möglichkeit, deinen Meister im Gerüstbauer-Handwerk zu machen und später selbst einen Betrieb zu gründen.

Aber auch ohne abgeschlossene Ausbildung hast du als Quereinsteiger Möglichkeiten, weiter zu kommen: Mit den Fortbildungen zum Geprüften Gerüstbau-Monteur, Geprüften Gerüstbau-Montageleiter und Geprüften Gerüstbau-Kolonnenführer hast du trotzdem die Möglichkeit, Karriere zu machen und Führungspositionen zu erreichen.

 

 1. Geprüfter Gerüstbau-Monteur

Was bringt´s?

Solider Grundstein für die weiteren Möglichkeiten!

Als geprüfter Gerüstbau-Monteur baust du Gerüste und alles was dazugehört selbstständig auf, ab und um.  Im zweiwöchigen Lehrgang lernst du alles, was hierfür an Theorie und Praxis nötig ist. Weil es mit einem zweiwöchigen Kurs aber nicht getan ist, bringst du schon mindestens 4 Jahre Gerüstbauerfahrung als Helfer und Werker mit.

Wer kann´s werden?

  • wer mindestens vierjährige Berufspraxis im Gerüstbau hat
  • wer eine erfolgreich abgelegte Abschlussprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf und eine anschließend zweijährige Berufspraxis im Gerüstbau hat oder
  • wer die Ausbildung nach der Ausbildungsordnung zum Gerüstbauer/zur Gerüstbauerin absolviert haben, die Abschlussprüfung aber abschließend nicht bestanden hat, sofern die schriftlichen Leistungen mindestens mit der Note mangelhaft, die praktischen Prüfungen aber mit mindestens 75 Prozent bewertet wurden.

Was ist zu tun?

Um geprüfter Gerüstbau-Monteur zu werden musst du einen Lehrgang machen und eine Prüfung ablegen.
Der Lehrgang dauert 2 Wochen. Dein Arbeitgeber meldet dich bei der Sozialkasse dafür an.
Der Lehrgang selbst findet dann an einem der Ausbildungszentren (Dortmund, Bernau, Weiterstadt) statt.

 

2. Geprüfter Gerüstbau-Montageleiter

Was bringt´s?

Weiterbildung zu mehr Verantwortung!

Als geprüfter Gerüstbau-Montageleiter führst du deine Kolonne auf der Baustelle an und überwachst die Arbeiten. Du kontrollierst am Ende die gestellten Gerüste und dokumentierst alles.

Wer kann´s werden?

  • wer die Prüfung zum Geprüften Gerüstbau-Monteur an einer von der Sozialkasse zugelassenen Bildungseinrichtung bestanden hat

und

  • anschließend mindestens zwei Jahre Berufspraxis als Geprüfter Gerüstbau-Monteur oder einer höherwertigen Berufsgruppe nachweist.

Was ist zu tun?

Auch um geprüfter Gerüstbau-Montageleiter zu werden musst du einen Lehrgang machen und eine Prüfung ablegen.
Der Lehrgang dauert 3 Wochen. Dein Arbeitgeber meldet dich bei der Sozialkasse dafür an.
Der Lehrgang selbst findet dann an einem der Ausbildungszentren (Dortmund, Bernau, Weiterstadt) statt.

 

3. Geprüfter Gerüstbau-Kolonnenführer

Was bringt´s?

Weiterbildung zur Führungsposition!

Als geprüfter Gerüstbau-Kolonnenführung führst du nicht nur deine eigene sondern gliech mehrere Kolonnen an und überwachst deren Arbeiten. Du kontrollierst am Ende die gestellten Gerüste und dokumentierst alles. Außerdem machst du selbst normgerechte Aufmaße und/oder die Abrechnung.

Wer kann´s werden?

  • wer die Prüfung zum Geprüften Gerüstbau-Montageleiter an einer von der Sozialkasse zugelassenen Bildungseinrichtung bestanden haben und anschließend mindestens zwei Jahre Berufspraxis – mindestens als Geprüfter Gerüstbau-Monteur – nachweisen, oder
  • wer die Abschlussprüfung zum Gerüstbauer/zur Gerüstbauerin bestanden haben und anschließend mindestens zwei Jahre Berufspraxis – mindestens als Gerüstbauer – nachweist und
  • eine von der Sozialkasse genehmigte Eingangsprüfung bestanden haben.

 Was ist zu tun?

Auch um geprüfter Gerüstbau-Kolonnenführer zu werden musst du einen Lehrgang machen und eine Prüfung ablegen.
Der Lehrgang dauert 6 Wochen. Dein Arbeitgeber meldet dich bei der Sozialkasse dafür an.
Der Lehrgang selbst findet dann an einem der Ausbildungszentren (Dortmund, Bernau, Weiterstadt) statt.
Darüber, wie du während der Zeit für die Lehrgänge deine Miete und dein Essen bezahlst, musst du dir keine Gedanken machen.
Das Tolle ist nämlich, dass du während der Zeit des Lehrgangs weiterhin dein normales Gehalt bekommst, weil die Finanzierung des Lehrgangs über die Sozialkasse läuft!

Zu den Terminen für die jeweiligen Fortbildungsveranstaltungen  gibt die Sozialkasse  Auskunft, auch unter www.sokageruest.de

 

 4. Gerüstbauermeister – Spitze beruflicher Qualifikation und Sprungbrett zur Selbstständigkeit

Was bringt´s?

Mit dem Meistertitel kannst du deinen eigenen Betrieb leiten. Außerdem darfst du andere zum Gerüstbauer ausbilden.
Zudem hast du mit dem Meisterabschluss die gleiche Qualifikationsstufe wie mit dem Bachelor von der Hochschule.
Das ist wichtig, wenn du nach dem Meisterabschluss noch studieren möchtest und kein Abitur hast.
Der Meistertitel ist dann nämlich deine Zugangsberechtitung zu den Hochschulen.

Wer kann´s werden?

Die Meisterprüfung kann ablegen,

  • wer die Gesellenprüfung im Gerüstbau oder verwandtem Handwerk bestanden hat.
  • wer die Gesellenprüfung in anderem Ausbildungsberuf bestanden hat
    und mehrere Jahre als Gerüstbauer gearbeitet hat.

Was ist zu tun?

Um den Meistertitel zu bekommen, musst du eine Prüfung ablegen.

Die Meisterprüfung gliedert sich in vier Prüfungsteile:

  • Die Prüfung der meisterhaften Verrichtung der gebräuchlichen Arbeiten (Teil I)
    Prüfungsbereiche: ein Meisterprüfungsprojekt und ein darauf bezogenes Fachgespräch sowie eine Situationsaufgabe
  • Die Prüfung der erforderlichen fachtheoretischen Kenntnisse (Teil II)
    Prüfungsfächer: Gerüstbautechnik, Auftragsabwicklung, Betriebsführung und Betriebsorganisation
  • Die Prüfung der erforderlichen betriebswirtschaftlichen, kaufmännischen und rechtlichen Kenntnisse (Teil III)
    Im Einzelnen: Grundlagen des Rechnungswesens und Controllings;
    Grundlagen wirtschaftlichen Handelns im Betrieb; Rechtliche und steuerliche Grundlagen
  • Die Prüfung der erforderlichen berufs- und arbeitspädagogischen Kenntnisse (Teil IV)
    Im Einzelnen: Planung der Ausbildung; Einstellung von Auszubildenden; Ausbildung am Arbeitsplatz;
    Förderung des Lernprozesses; Ausbildung in der Gruppe; Abschluss der Ausbildung

 

Weil das alles ziemlich kompliziert ist, kannst du vorher die sogenannte Meisterschule besuchen. Das sind Kurse, die in Teil- oder Vollzeit bei den Handwerkskammern angeboten werden. Die Teile III und IV sind nicht speziell auf den Gerüstbau zugeschnitten. Diese werden von vielen Handwerkskammern angeboten. In den Teilen I und II geht es um spezielle Themen des Gerüstbaus. Solche Kurse können nur bestimmte Handwerkskammern anbieten.

Derzeit bieten folgende Handwerkskammern diese Kurse an. Für weitere Informationen zu Terminen, Dauer und Kosten der Kurse, wende dich bitte an die jeweilige Handwerkskammer.

FÖRDERUNGMÖGLICHKEITEN: “Meister-BAföG”

Wenn du den Vorbereitungskurs in Vollzeit machst, kannst du nebenher nicht mehr arbeiten.
Deshalb sind dieMeistervorbereitungskurse im Gerüstbau förderungsfähig nach dem Aufstiegsfortbildungsgesetz (AFBG).
Das heißt, du musst dir keine Sorgen machen, wie du während der Kurse und Prüfungen deine Miete und Essen bezahlst,
weil du in dieser berechtigt bist,  staatliche Fördergelder zu beziehen.
Genauere Informationen zu dem sogenannten “Meister-BAföG” und zur Antragsstellung bekommst du hier
und bei der zuständigen Stelle.

 

Und hier nochmal auf einen Blick:

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